17. September 2026
ISEK: Zukunft für die Schlänger Ortsmitte

Entwurfsplanung vorgestellt: ISEK verbindet Sanierungen mit Klimaanpassung, mehr Aufenthaltsqualität und einem Entwicklungsschub für die gesamte Gemeinde.
Seit 2023 arbeitet die Gemeinde Schlangen gemeinsam mit Bürgerschaft, Politik, Handel, Kirche und weiteren Akteurinnen und Akteuren am Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept, kurz ISEK. Nun ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: In einem Workshop wurden den Vertreterinnen und Vertretern der Politik die Entwurfsplanungen für die zentralen Maßnahmen vorgestellt.
Die Planungen bauen auf den Ergebnissen des bisherigen Beteiligungsprozesses auf. In Planungswerkstätten, Gesprächen und weiteren Beteiligungsformaten haben Bürgerinnen und Bürger, Politik, Werbegemeinschaft sowie weitere Beteiligte ihre Erfahrungen, Ideen und Anforderungen eingebracht. Diese Grundlagen wurden von den beauftragten Fachplanungsbüros weiterentwickelt und in konkrete Entwürfe übersetzt.
Im Mittelpunkt steht dabei nichts weniger als die Zukunft der Ortsmitte – und damit die Zukunft der gesamten Gemeinde. Für die rund 9.500 Einwohnerinnen und Einwohner von Schlangen, Kohlstädt und Oesterholz-Haustenbeck bietet das ISEK die Chance auf einen Entwicklungsschub, wie es ihn in dieser umfassenden Form seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. Die Ortsmitte soll nicht nur erneuert, sondern grundlegend zukunftsfähig weiterentwickelt werden – als Wohn- und Lebensort, als Treffpunkt, als Versorgungsstandort und als attraktives Ziel für Kundinnen und Kunden sowie Besucherinnen und Besucher.

„Investieren müssen wir ohnehin – mit dem ISEK können wir mehr daraus machen“
Ein wesentlicher Hintergrund des ISEK ist, dass in der Ortsmitte unabhängig vom Städtebauförderprogramm erhebliche Investitionen anstehen. Pflasterflächen und Unterbau sind in die Jahre gekommen und müssen nach heutigem Stand in den kommenden Jahren grundlegend saniert werden. Auch die Kanalisation muss an verschiedenen Stellen ertüchtigt werden – unter anderem, um zukünftige Entwicklungen in angrenzenden Quartieren zu ermöglichen.
Diese Aufgaben wären auch ohne ISEK notwendig und müssten aus kommunalen Mitteln finanziert werden. Das ISEK eröffnet jedoch die Möglichkeit, notwendige Sanierungen mit einer umfassenden Weiterentwicklung des Ortskerns zu verbinden und dafür Städtebaufördermittel zu nutzen.
„Wir stehen vor Investitionen, die wir in wesentlichen Teilen ohnehin tätigen müssen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob wir handeln, sondern wie“, erklärt Bürgermeister Marcus Püster. „Mit dem ISEK haben wir die Chance, aus notwendigen Sanierungen einen echten Fortschritt für alle Menschen in unserer Gemeinde zu machen. Wir können unsere Ortsmitte nicht nur reparieren, sondern sie gleichzeitig sicherer, grüner, attraktiver und zukunftsfähiger gestalten. Das ist eine große Chance für alle die hier leben – und für die Menschen, die zum Einkaufen, Arbeiten, Arztbesuch, für Dienstleistungen, Veranstaltungen oder als Gäste nach Schlangen kommen.“
Nach aktuellem Stand ist für die Infrastrukturmaßnahmen – abhängig vom konkreten Umfang der einzelnen Vorhaben –in den nächsten 10 Jahren mit Gesamtinvestitionen von rund 11 Millionen Euro zu rechnen. Bei einer Förderquote von bis zu 70 Prozent läge der kommunale Eigenanteil voraussichtlich bei rund 3,3 Millionen Euro. Das bedeutet: Der Haushalt müsste über einen Zeitraum von zehn Jahren durchschnittlich etwa 330.000 Euro jährlich für das ISEK vorsehen.
Umgerechnet entspricht der kommunale Eigenanteil einer Investition von rund 35 Euro pro Einwohnerin und Einwohner jährlich im Projektzeitraum. Dem steht ein deutlich größeres Investitionsvolumen gegenüber, das der gesamten Gemeinde zugutekommt und die Ortsmitte für Jahrzehnte prägen kann.
Eine Ortsmitte, die auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet ist
Das ISEK betrachtet die Ortsmitte deshalb nicht allein unter gestalterischen Gesichtspunkten. Es verbindet notwendige bauliche Erneuerungen mit Antworten auf zentrale Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte – und schafft damit einen Fortschritt, von dem alle Generationen profitieren können.
Dazu gehören die Anpassung an den Klimawandel, ein besserer Umgang mit Starkregen und Hitze, mehr Grün und Entsiegelung, Elemente einer Schwammstadt, attraktive und barrierearme Wege sowie sichere Räume für Fußgängerinnen und Fußgänger und den Radverkehr sowie ein effizientes Parkraummanagement. Gleichzeitig soll die Aufenthaltsqualität verbessert und die Ortsmitte als Treffpunkt, Einkaufsort und Standort für Dienstleistungen, Gastronomie und gesellschaftliches Leben gestärkt werden.
Für die Menschen in Schlangen bedeutet das konkret: angenehmere Wege, mehr Sicherheit, bessere Aufenthaltsmöglichkeiten, eine höhere Aufenthaltsqualität im Alltag und eine Ortsmitte, die für Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen gleichermaßen gut nutzbar ist. Für Kundinnen und Kunden sowie Besucherinnen und Besucher aus dem Umland entsteht ein attraktiverer, einladenderer und besser erreichbarer Ortskern.
Auch neue Aufenthalts- und Begegnungsangebote spielen dabei eine Rolle. Dazu zählt die Weiterentwicklung von Bereichen rund um das kirchliche Gemeindehaus und die Pastorenwiese zu einem Ort, an dem Begegnung, Kultur, Veranstaltungen und gesellschaftliches Leben stärker zusammenkommen können. So soll ein lebendiger Mittelpunkt entstehen, der nicht nur den Alltag der Schlänger Bevölkerung bereichert, sondern auch über die Gemeindegrenzen hinaus positive Impulse setzt.
„Bei einer ohnehin notwendigen Erneuerung der Infrastruktur wäre es zu kurz gedacht, lediglich den heutigen Zustand wiederherzustellen“, sagt Bauamtsleiterin Gabriele Müller. „Wenn Straßen, Plätze, Leitungen und öffentliche Räume angefasst werden müssen, müssen wir sie so planen, dass sie auch den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte gerecht werden. Dazu gehören Klimaanpassung und Starkregenvorsorge genauso wie Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit und eine hohe Aufenthaltsqualität. Zwingend berücksichtigt werden müssen dabei auch neue Gesetze, Normen und Regelwerke – beispielsweise zu erforderlichen Parkflächen- und Stellplatzgrößen sowie zur sicheren und verträglichen Verbindung der verschiedenen Mobilitätsformen. Nur so können wir gewährleisten, dass die Ortsmitte langfristig funktional, sicher und für alle gut nutzbar bleibt.“

Nicht für morgen geplant, sondern für die nächsten Generationen
Die vorgestellten Entwürfe bedeuten Veränderungen. Die Gemeinde ist sich bewusst, dass Veränderungen im gewohnten Umfeld auch Fragen und Sorgen auslösen können. Deshalb ist wichtig: Das ISEK wird nicht von heute auf morgen umgesetzt.
Es bildet einen Entwicklungsrahmen für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren. Einzelne Maßnahmen werden schrittweise geplant, priorisiert, beraten, finanziert und umgesetzt. Auch die weitere Information und Beteiligung der Öffentlichkeit wird den Prozess begleiten.
„Niemand wird eines Morgens aufwachen und feststellen, dass plötzlich die gesamte Ortsmitte umgebaut ist“, betont Bürgermeister Püster. „Wir sprechen über einen langfristigen Prozess mit vielen einzelnen Entscheidungen. Gerade deshalb wollen wir frühzeitig transparent zeigen, wohin die Reise geht und warum diese Veränderungen notwendig sind.“
Dabei gehe es auch um Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen. „Was wir heute planen, wird unsere Kinder und Enkel noch in Jahrzehnten begleiten. Wenn wir heute investieren, schaffen wir eine Ortsmitte, die auch bei höheren Temperaturen, Starkregen, einer älter werdenden Bevölkerung und veränderten Mobilitäts- und Einkaufsgewohnheiten funktionieren kann. Nichts zu tun wäre deshalb keine verantwortungsvolle Option. Wir haben die Möglichkeit, jetzt einen Fortschritt anzustoßen, der Schlangen über Jahrzehnte prägen wird.“
Auch Handel, Gastronomie und private Eigentümer profitieren
Eine attraktive Ortsmitte ist zugleich ein wichtiger Standortfaktor für Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie. Gute Erreichbarkeit, angenehme Aufenthaltsbereiche, mehr Grün und eine höhere Qualität des öffentlichen Raumes können dazu beitragen, dass Menschen länger im Ortskern bleiben, Wege miteinander verbinden und Angebote vor Ort nutzen.
Davon profitieren nicht nur die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde. Eine moderne, lebendige und gut gestaltete Ortsmitte kann auch für Kundinnen und Kunden aus den Nachbarorten sowie für Besucherinnen und Besucher ein zusätzlicher Grund sein, nach Schlangen zu kommen und länger zu bleiben. Das ISEK setzt damit positive Impulse über die Gemeindegrenzen hinaus und stärkt Schlangen als attraktiven Einkaufs-, Dienstleistungs- und Begegnungsstandort in der Region.
Das ISEK beschränkt sich dabei nicht auf kommunale Baumaßnahmen. Vorgesehen sind auch Förderinstrumente wie Verfügungsfonds und weitere Programme innerhalb der festgelegten Förderkulisse. Damit können perspektivisch auch private Initiativen, Geschäfte, Gastronomiebetriebe, Eigentümerinnen und Eigentümer bei Maßnahmen finanziell unterstützt werden, die zur Aufwertung und Belebung der Ortsmitte beitragen.
Damit entsteht ein Rahmen, in dem öffentliche und private Investitionen ineinandergreifen können. Eine aufgewertete Ortsmitte verbessert die Bedingungen für bestehende Betriebe, erhöht die Attraktivität für neue Angebote und stärkt zugleich die Identifikation der Menschen mit ihrer Gemeinde.
Eine einmalige Chance für Schlangen
Für die Gemeinde ist das ISEK deshalb weit mehr als ein Sanierungsprogramm. Es bietet die Möglichkeit, viele Aufgaben, die ohnehin vor Schlangen liegen, gemeinsam zu denken: Infrastruktur erneuern, Klimaanpassung betreiben, Sicherheit erhöhen, öffentliche Räume verbessern, den Einzelhandel stärken und neue Möglichkeiten für Begegnung schaffen.
In dieser Verbindung liegt die besondere Bedeutung des Projekts. Das ISEK bündelt Investitionen, die sonst möglicherweise einzeln und ohne übergreifende Perspektive umgesetzt würden. Dadurch kann ein zusammenhängender Entwicklungsschub entstehen, der die Lebensqualität in allen Ortsteilen stärkt und die Ortsmitte als gemeinsames Zentrum der Gemeinde neu positioniert.
„Die Ortsmitte ist die Seele unserer Gemeinde“, fasst Marcus Püster zusammen. „Wir haben jetzt die Chance, sie gemeinsam so weiterzuentwickeln, dass sie auch in zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren noch ein lebendiger Mittelpunkt für Schlangen, Kohlstädt und Oesterholz-Haustenbeck ist. Diese Chance sollten wir nutzen. Für unsere Einwohnerinnen und Einwohner bedeutet das ISEK einen Fortschritt, wie es ihn in dieser umfassenden Form seit Jahrzehnten nicht gegeben hat.“
Mit der Vorstellung der Entwurfsplanung ist ein wichtiger Schritt erreicht. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Planungen weiter konkretisiert und politisch beraten. Bei einem positiven Votum des Rates am 15. Oktober wird der Förderantrag anschließend bei der Bezirksregierung Detmold eingereicht. Die Gemeinde wird den weiteren Prozess transparent begleiten und regelmäßig über den aktuellen Stand informieren.
Download der Präsentationen
Die gesamten Planungsunterlagen und weitere ergänzende Informationen sowie zentrale Fragen und Antworten zum Thema ISEK stehen auf der Hauptseite des ISEK zur Verfügung.